Eine deutsch-französische Drittortbegegnung der besonderen Art
(19. bis 26. September 2009):
Deutsch-französische Geschichte in seiner Faszination, in seiner Vielfalt auf
Bildungsfahrten näher kennenzulernen und länderübergreifend zu vertiefen,
haben sich die Johannesberger trotz organisatorischer Erschwernisse mit
ihren französischen Partnern vorgenommen.
Nach den großartigen Erlebnissen in der Bundeshauptstadt Berlin im 2005,
der Fahrt in den Freistaat Sachsen (2007), die auf einem besonderen Wunsch ´
des französischen Komitees zustande kam, war der Vorschlag des Johannesberger
Komitees, nunmehr ein Ziel im Herzen Frankreichs anzugehen.
Die Wahl fiel auf die Schlösserwelt des Loiretales mit der Prägung des Weltkulturerbes.
Nach abermals gewissenhafter Planung durch Mitglieder des französischen Komitees
machten sich 43 Geschichts- und Wissenshungrige - 26 Johannesberger und 17
aus Val Orne-Ajon - auf die einwöchige Reiseroute.
Die Johannesberger legten den ersten Streckenabschnitt per Bahn zurück,
ab Straßburg gar mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug »TGV«.
Am Pariser Bahnhof »Gare de L'Est« wartete bereits ein Omnibus mit Delegation,
denn der gemeinsame Sammelpunkt war in Gastfamilien der Normandie.
Am nächsten Tag ging es in aller Herrgottsfrühe mit einem großen Sternebus in die
faszinierende Schlösserwelt des Loireflusses. Marie Claire Schäfer, die aus dem Loiretal
stammt und beiderseits fest mit der Partnerschaft verankert ist, brachte besser als jede
geschulte Reiseleitung die politische und kulturelle Bedeutung des Loiretales näher.
Viel erfuhr die kleine Partnerschaftsgemeinde über die französische Geschichte und
deren Könige. Die historische Reise ging über den Hundertjährigen Krieg, der von
1337 bis 1453 dauerte, führte an gotischen Burganlagen mit ihrer strategischen
Bedeutung vorbei, hin zum Beginn der Renaissance im 16. Jahrhundert. Personen
wie zum Beispiel Katharina von Medici, Franz I., Heinrich IV., Leonardo da Vinci
oder Karl V. waren ständige Wegbegleiter. Der Einfluss aus Italien und die große
Lebenskunst sowie die aufwändige Hofhaltung des Adels waren stets spürbar.
Kein Wunder, dass man heute dort alle Baustile von der Renaissance über das Barock,
den Klassizismus bis hin zum Historismus antreffen kann.
Da die Schlösser und Burgen zum Teil nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen,
sich das Loiretal weithin bekannt in einer der schönsten Landschaften Frankreichs befindet,
ist die gesamte Region touristisch hervorragend erschlossen.
Die Tagesrouten waren deshalb auch nicht zu »buslastig«.
Daneben meisterte die Begleiterin »Natalie«, eine Chauffeurin mit sehr großem
Einfühlungsvermögen, all die kleinen Ecken und Winkeln sowie schwierigste Straßenzüge
des Loiretales und seiner engbebauten Dörfer bravourös.
Marie Claire Schäfer suchte sich ganz besondere französische Schmankerl aus.
Am Programm haben mitgeholfen: Christine Marie die Partnerschaftspräsidentin,
Francoise Gastebled und Alain Gergaud. Ihnen allen gilt der besondere
Dank der Johannesberger Reisegruppe.
Von den über 400 Schlossanlagen, die an der Loire liegen, wurden insgesamt
sieben besichtigt. Schon faszinierender war als einmaliger Einstieg der erste Programmpunkt,
das Dorf »troglodytique des Rochemenier« in Louresse, mit seinen Tuffstein-Wohnungen,
die in Felsenkellern und auch in Felsenwänden eingelassen sind. Die Flüsse »Loire«, »Cher«,
»Vienne«, die Städte wie Angers, Cinon oder Saumur sind alles keine fremden Begriffe mehr.
Die Stadt Tours ist mit dem Grab des Heiligen Martins, der dort Bischof gewesen ist
und die am Jacobs-Weg liegt, als wahrer Besuchermagnet zu erleben gewesen.
Auch die nationale französische Reitschule »l`école de Cavalerie du Cadre Noir« in Saumur
mit ihrer Darbietung im Dressurreiten lässt sich als Höhepunkt der besonderen Art beschreiben.
All das durfte das erweiterte Johannesberger Komitee mit seinen französischen Freunden
in den wenigen Tagen kennenlernen.
Reichlich und bestens organisiert ließen die Gastgeber Tag für Tag den Tisch decken.
Es schmeckten die Champignons, die in feuchten, gut durchlüfteten Felsenkellern reifen konnten
und auch der Loirewein fand seine Liebhaber. Zugegeben: Ab und an streikte der Magen,
der sich wegen der Üppigkeit der gebotenen französischen Küche bezüglich einer weiteren
Nahrungsaufnahme etwas zurückhaltend verhielt.
Schöne gemeinsame Tage gingen viel zu schnell vorbei. Auf das nächste Reiseziel
dürfen alle Freunde der Partnerschaft, die sich für den Reichtum der europäischen
Geschichte interessieren, gespannt sein.
Hildegard Rosner
1. Vorsitzendes des Partnerschaftskomitees
weiter Bilder finden Sie hier
©2010 Gemeinde Johannesberg www.johannesberg.de




